Ratgeber
Mindestlohn Schweiz: Was an deinem Arbeitsort gilt
Die Mindestlöhne 2026 nach Kanton und Stadt, der Stand in Zürich und Winterthur und Rechenbeispiele für Stunden- und Monatslohn. So prüfst du, welche Untergrenze für deinen Job gilt.
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- jopp
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Einen einheitlichen Mindestlohn für die ganze Schweiz gibt es nicht. Entscheidend sind dein Arbeitsort, die Branche und das Arbeitsverhältnis. Fünf Kantone haben einen kantonalen Mindestlohn. Zusätzlich gilt in der Stadt Luzern ein eigener Ansatz. Auch ohne kantonalen Mindestlohn kann ein Gesamtarbeitsvertrag oder ein Normalarbeitsvertrag einen Mindestlohn vorschreiben. Das erklärt die Übersicht des Behördenportals ch.ch.
Alle Beträge sind brutto in Schweizer Franken.
Stand: 10. Oktober 2026. Der Artikel bietet eine Orientierung, keine individuelle Rechtsberatung. Prüfe vor einer Lohnforderung die für dich geltende Regelung und ihre Ausnahmen.
Mindestlohn 2026 nach Kanton und Stadt
Diese Grundansätze sind in Kraft, gelten aber nicht für jeden Job. Prüfe deshalb auch den Geltungsbereich und die Ausnahmen in der verlinkten amtlichen Quelle.
| Arbeitsort | Grundansatz pro Stunde | Monat bei 42 Stunden | Ansatz gilt |
|---|---|---|---|
| Kanton Genf | CHF 24.59 | CHF 4'475.38 | seit 1. Januar 2026 |
| Kanton Basel-Stadt | CHF 22.20 | CHF 4'040.40 | für das Jahr 2026 |
| Kanton Jura | CHF 21.40 | CHF 3'894.80 | seit 1. Juli 2024 |
| Kanton Neuenburg | CHF 21.35 | CHF 3'885.70 | seit 1. Januar 2026 |
| Kanton Tessin | CHF 20.00 bis 20.50 | CHF 3'640.00 bis 3'731.00 | Spanne seit 1. Dezember 2024 |
| Stadt Luzern | CHF 22.75 | CHF 4'140.50 | seit 1. Januar 2026 |
Der Monatsbetrag ist eine eigene Rechnung. Er ergibt sich aus Stundenansatz × 42 × 52 ÷ 12 bei zwölf Zahlungen, mit bezahlten Ferien im Monatslohn und ohne Zulagen. Basel-Stadt veröffentlicht als Kanton einen eigenen Monatsbetrag bei 42 Stunden, er stimmt mit dieser Rechnung überein. Bei 40 Wochenstunden liegt der Betrag tiefer, ein Beispiel dazu findest du weiter unten.

Im Tessin bestimmt der Wirtschaftszweig den Ansatz. In der kantonalen Tabelle findest du ihn unter dem NOGA-Code deiner Branche. CHF 20.00 ist deshalb nicht der Mindestlohn für alle Tessiner Stellen.
Für bestimmte Branchen gelten andere Ansätze. In Genf sind es 2026 in der Landwirtschaft und im Blumenbau CHF 18.07. In Neuenburg gelten in der Landwirtschaft, im Weinbau und im Gartenbau CHF 18.15. Weitere Ausnahmen und das Verhältnis zu Branchenverträgen musst du separat prüfen.
Luzern meint die Stadt, nicht den ganzen Kanton
Der städtische Mindestlohn gilt seit dem 1. Januar 2026, jedoch nicht im übrigen Kanton. Am 27. September 2026 lehnten die Stimmberechtigten die Aufhebung des Mindestlohnreglements mit 67,64 Prozent Nein ab, bei 17'506 Nein- zu 8'377 Ja-Stimmen und einer Stimmbeteiligung von 50,44 Prozent. Das hält die Mitteilung der Stadt Luzern zum Abstimmungsresultat fest. CHF 22.75 gelten damit weiter. Die Stadt leitet nun den Aufbau von Kontrollstrukturen ein. Kontrollen sind rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 möglich.
Zwei Punkte bleiben offen. Die Stadt gibt den Ansatz für 2027 laut ihrer Projektseite im Oktober bekannt. Der Luzerner Kantonsrat hat zudem im September 2025 eine Motion erheblich erklärt, die den Gemeinden kommunale Mindestlöhne untersagen soll. Das hält die Stadt in ihrer Mitteilung zum Abstimmungsresultat fest. Ob und wann daraus ein Gesetz wird, ist offen. Prüfe bei einem späteren Stellenantritt den aktuellen Stand auf der Projektseite.
Was gilt in Kantonen ohne allgemeinen Mindestlohn?
Keinen allgemeinen kantonalen Mindestlohn gibt es derzeit in Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Basel-Landschaft, Bern, Freiburg, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Thurgau, Uri, Waadt, Wallis, Zug und Zürich. Die Bundesübersicht nennt die fünf Kantone mit einem geltenden Ansatz. Städtische Regeln wie in Luzern prüfst du zusätzlich.
Für einen Job an diesen Arbeitsorten kann trotzdem ein Branchen- oder Firmenvertrag einen Mindestlohn festlegen. Entscheidend sind der Geltungsbereich und deine Lohnkategorie. Wie du den passenden Gesamtarbeitsvertrag oder Normalarbeitsvertrag findest, steht unten im Abschnitt "Welcher Mindestlohn gilt für deinen Job?".
Ein Beispiel aus dem Gastgewerbe zeigt den Unterschied. Für eine reguläre Stelle als Koch oder Köchin ab 18 Jahren mit passendem eidgenössischem Fähigkeitszeugnis, kurz EFZ, beträgt der Mindestlohn nach Artikel 10 des Landes-GAV 2026 in der Stufe IIIa CHF 4'528 bei Vollzeit. Bei 80 Prozent sind das CHF 3'622.40 pro Monat, zuzüglich des 13. Monatslohns nach Artikel 12. Bei einem unvollständigen Arbeitsjahr fällt dieser anteilig an. Endet die Anstellung während der Probezeit, entfällt der Anspruch.
Die Rechnung setzt voraus, dass der L-GAV gilt und keine zulässige Einführungsreduktion oder Ausnahme greift. Bei einem Arbeitsort mit allgemeinem Mindestlohn prüfst du zusätzlich, welche Regel vorgeht.
Wenn weder eine örtliche Regel noch ein anwendbarer Gesamtarbeitsvertrag oder Normalarbeitsvertrag einen Mindestbetrag festlegt, brauchst du einen Vergleich mit üblichen Löhnen. Salarium vom Bundesamt für Statistik zeigt geschätzte Monatsbruttolöhne und eine Lohnspanne für die Privatwirtschaft nach Branche, Region und Profil. Das Ergebnis ist eine statistische Orientierung, keine verbindliche Lohnuntergrenze. Vergleiche beim Angebot auch Wochenstunden, Pensum und Jahreslohn. Salarium verteilt einen ausgewählten 13. Monatslohn und Einmalzahlungen auf zwölf Monate. Für den Jahresvergleich multiplizierst du sein Monatsergebnis deshalb mit zwölf.
Zürich, Winterthur und Waadt: beschlossen heisst nicht in Kraft
Stadt Zürich
Die Bevölkerung hat einem Grundbetrag von CHF 23.90 pro Stunde zugestimmt. Das Bundesgericht bestätigte die Regelung am 12. Mai 2026. Der Einführungstermin ist noch offen. Die Stadt kündigt mindestens ein halbes Jahr Vorlauf an. CHF 23.90 gilt deshalb noch nicht als städtischer Mindestlohn. Die Regelung betrifft zudem nur die Stadt, nicht den ganzen Kanton Zürich. Den aktuellen Stand findest du auf der Seite der Stadt zur Einführung.
Stadt Winterthur
Auch hier bestätigte das Bundesgericht die beschlossene Regelung. Sie sieht einen Grundbetrag von CHF 23 pro Stunde mit Teuerungsanpassung vor. Laut Stadt Winterthur steht der Starttermin noch nicht fest. Bis dahin ändert sich durch diese Vorlage für Beschäftigte nichts.
Kanton Waadt
Am 14. Juni 2026 nahm die Bevölkerung den Verfassungsgrundsatz eines Mindestlohns an, lehnte aber das Ausführungsgesetz und den Gegenvorschlag ab. Damit steht noch kein anwendbarer kantonaler Stundenansatz fest. Die Ergebnisse hält der Kanton in seiner Mitteilung zur Abstimmung fest.
Was sich geändert hat
Die Regeln ändern sich mehrmals im Jahr. Diese Chronik nennt die wichtigsten Änderungen seit 2022 mit Datum, damit du eine Zahl aus einem älteren Inserat oder Artikel einordnen kannst.
- 1. Juli 2022, Kanton Basel-Stadt. Der kantonale Mindestlohn tritt in Kraft.
- 1. Juli 2024, Kanton Jura. Der Ansatz von CHF 21.40 gilt.
- 29. Oktober 2025, Kanton Neuenburg. Der Staatsrat legt CHF 21.35 für 2026 fest.
- 30. Oktober 2025, Stadt Luzern. Die Stadt gibt in ihrer Mitteilung zum Ansatz 2026 CHF 22.75 bekannt.
- 11. Dezember 2025, Kanton Tessin. Das Dekret für 2026 bestätigt die Spanne von CHF 20.00 bis 20.50 nach Wirtschaftszweig. Sie gilt unverändert seit dem 1. Dezember 2024.
- 1. Januar 2026, Genf, Basel-Stadt, Neuenburg und Stadt Luzern. Die Ansätze 2026 aus der Tabelle gelten. In der Stadt Luzern gilt erstmals ein Mindestlohn.
- 8. April 2026, Kanton Genf. Für bestimmte Ferienjobs von Studierenden gilt ein Ansatz von 75 Prozent des Mindestlohns.
- 12. Mai 2026, Stadt Zürich und Stadt Winterthur. Das Bundesgericht bestätigt beide Regelungen mit CHF 23.90 und CHF 23. Die Starttermine bleiben offen.
- 14. Juni 2026, Kanton Waadt. Der Verfassungsgrundsatz ist angenommen, Gesetz und Gegenvorschlag sind abgelehnt.
- 19. Juni 2026, Bund. Das Parlament beschliesst den Vorrang allgemeinverbindlicher GAV-Mindestlöhne. In Kantonen, in denen der kantonale Mindestlohn bisher einem allgemeinverbindlichen GAV vorging, bleibt der Ansatz bei Inkrafttreten in seiner Höhe geschützt, bis der GAV-Ansatz ihn übersteigt. Die Referendumsfrist endete am 8. Oktober 2026.
- 27. September 2026, Stadt Luzern. Die Aufhebung des Mindestlohns wird mit 67,64 Prozent Nein abgelehnt.
- 7. Oktober 2026, Genf und Tessin. Genf kündigt CHF 24.73 ab 1. Januar 2027 an. Das Tessiner Dekret vom 7. Oktober legt für diesen Zeitpunkt eine Branchenspanne von CHF 20.50 bis 21.00 fest. Bis dahin gelten die Ansätze 2026 aus der Tabelle.
Als Nächstes gibt Luzern im Oktober 2026 den Ansatz 2027 bekannt. Gegen die GAV-Vorrangregel wurden Referendumsunterschriften eingereicht. Die Bundeskanzlei führt die Vorlage am 10. Oktober als "In Auszählung". Zürich kündigt seinen Starttermin mindestens ein halbes Jahr im Voraus an. Winterthur informiert, sobald seine Verordnung vorliegt.
Welcher Mindestlohn gilt für deinen Job?
1. Kläre den tatsächlichen Arbeitsort
Beginne mit dem Ort, an dem du arbeitest, nicht mit deiner Wohnadresse oder dem Hauptsitz des Unternehmens. Nach den Genfer Regeln zum Geltungsbereich zählt beispielsweise, ob du ausschliesslich, überwiegend oder regelmässig im Kanton arbeitest. Die Regeln können auch für Beschäftigte eines auswärtigen Unternehmens gelten.
Bei wechselnden Einsatzorten, Entsendung oder grenzüberschreitendem Homeoffice solltest du die zuständige Behörde nach der Zuordnung fragen. Die Ortsbezeichnung im Stelleninserat allein klärt solche Fälle nicht.
2. Prüfe Gesamtarbeitsvertrag und Normalarbeitsvertrag
Ein Gesamtarbeitsvertrag, kurz GAV, regelt Arbeitsbedingungen für die erfassten Betriebe und Beschäftigten. Ein allgemeinverbindlich erklärter GAV kann auch Arbeitgeber binden, die nicht dem abschliessenden Verband angehören. Welche Tätigkeiten, Regionen und Personengruppen er umfasst, steht im Vertrag. Die SECO-Grundlagen zu GAV erklären die Unterschiede.
Daneben gibt es Normalarbeitsverträge, kurz NAV. Nicht jeder NAV enthält zwingende Mindestlöhne. Prüfe deshalb, ob der konkrete Vertrag eine verbindliche Untergrenze festlegt. Das SECO führt eine Liste der NAV von Bund und Kantonen. Auch ohne kantonalen Mindestlohn kann für deinen Job also eine verbindliche Lohnuntergrenze gelten.
Suche deine Branche in den SECO-GAV-Verzeichnissen unter "Allgemeinverbindlich erklärte Gesamtarbeitsverträge". Dort findest du Verträge auf Bundes- und Kantonsebene. Lies den räumlichen, betrieblichen und persönlichen Geltungsbereich sowie die Lohntabelle.
Frage den Arbeitgeber nach dem genauen Vertrag und deiner Lohnkategorie. Ausbildung, anrechenbare Berufserfahrung und Tätigkeit können den Betrag verändern.
Über die SECO-Seite mit dem Mindestlohnrechner findest du zusätzlich Branchenregeln und zuständige Stellen. Der Rechner ist auf Entsendungen und künftige Einsätze ausgerichtet. Für ältere Lohnabrechnungen brauchst du die damals geltende Vertragsfassung. Verwechsle diesen Rechner nicht mit einem statistischen Lohnrechner. Dieser zeigt ortsübliche Löhne, keine verbindlichen Mindestlöhne.
3. Prüfe, welche Regel vorgeht
Die Formel "Es gilt immer der höhere Betrag" ist als schweizweite Regel zu einfach. In Genf verdrängt der kantonale Mindestlohn tiefere Ansätze eines GAV oder NAV, soweit das Arbeitsverhältnis unter das Mindestlohngesetz fällt. In Basel-Stadt sind Arbeitsverhältnisse unter einem allgemeinverbindlichen GAV oder einem NAV mit Mindestlöhnen hingegen vom kantonalen Mindestlohn ausgenommen. Vergleiche die Genfer Regel mit den Basler Erläuterungen.
Im Jura bestehen ebenfalls Ausnahmen für bestimmte GAV und NAV. Dort enthält die amtliche Lohnübersicht etwa eigene Regeln für den Verkauf. Übernimm deshalb keinen Kantonsbetrag ungeprüft als persönliche Lohnforderung.
Das Parlament beschloss am 19. Juni 2026 eine Gesetzesänderung zum Vorrang allgemeinverbindlicher GAV-Mindestlöhne. Die Referendumsfrist endete am 8. Oktober 2026. Wann die Änderung in Kraft tritt, bestimmt der Bundesrat. Zum Recherchestand gilt sie noch nicht.
4. Kläre Ausnahmen für dein Arbeitsverhältnis
Bei einer Lehre, einem Ausbildungspraktikum oder einer Integrationsmassnahme können andere Regeln gelten als bei einer regulären Stelle. Auch für junge Beschäftigte oder Ferienjobs gibt es Sonderregeln. Genf nimmt beispielsweise unter 18-Jährige aus. Seit dem 8. April 2026 gilt dort für bestimmte Ferienjobs von Studierenden ein Ansatz von 75 Prozent. Dafür müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Der Ferienjob darf unter anderem höchstens 60 Tage pro Kalenderjahr dauern. Prüfe die vollständigen Genfer Ausnahmen. Die Bezeichnung "Studentenjob" allein rechtfertigt noch keinen tieferen Ansatz.
Stundenlohn und Monatslohn richtig vergleichen
Notiere zuerst Wochenstunden, Pensum und Anzahl Monatslöhne. Trenne den Grundlohn von Ferienentschädigung und weiteren Zuschlägen. Ohne diese Angaben kannst du Monatslöhne kaum vergleichen.
Rechenbeispiel mit 40 oder 42 Wochenstunden
Für eine erste Umrechnung auf zwölf Monatslöhne kannst du so rechnen:
Stundenlohn × Wochenstunden × 52 ÷ 12 = durchschnittlicher Monatslohn.
Beim Genfer Grundansatz von CHF 24.59 ergeben sich rechnerisch:
| Wochenstunden | Monatsbetrag bei zwölf Zahlungen |
|---|---|
| 40 Stunden | CHF 4'262.27 |
| 42 Stunden | CHF 4'475.38 |
| 32 Stunden, also 80 Prozent von 40 | CHF 3'409.81 |
Das sind eigene Rechenbeispiele, auf Rappen gerundet. Sie setzen bezahlte Ferien im Monatslohn voraus und enthalten keine zusätzlichen Zulagen. Der Kanton Genf bietet einen eigenen Monatslohnrechner. Für eine konkrete Abrechnung gelten die amtliche Berechnung und die Regeln deines Arbeitsverhältnisses.
Bei Teilzeit sinkt die Zahl der bezahlten Stunden, nicht der anwendbare Mindestbetrag pro Stunde. Achte bei einem 80-Prozent-Angebot darauf, ob der genannte Lohn für dein Pensum gilt oder den Vollzeitlohn bezeichnet.
Zwölf oder dreizehn Monatslöhne?
Zwei erfundene Angebote mit identischem Pensum zeigen den Unterschied:
- CHF 4'200 × 12 ergeben CHF 50'400 im Jahr.
- CHF 4'000 × 13 ergeben CHF 52'000 im Jahr.
Das zweite Angebot hat den tieferen Monatsbetrag, aber den höheren Jahreslohn. Mit dieser Rechnung kannst du die Angebote vergleichen. Ob sie den Mindestlohn einhalten, musst du separat prüfen.
Ein 13. Monatslohn kommt nicht in jeder Mindestlohnregel zwingend dazu. Genf erlaubt eine Aufteilung auf 13 Zahlungen. In Basel-Stadt muss der Anteil monatlich ausbezahlt werden, wenn er nötig ist, um den Mindestlohn zu erreichen. Das erläutert der Kanton in seinen FAQ zum 13. Monatslohn. Prüfe deshalb auch den Auszahlungszeitpunkt.
Stundenlohn mit Ferienentschädigung
Ein angebotener Gesamtstundenlohn kann höher aussehen als sein Grundlohn. Basel-Stadt weist für 2026 bei vier Wochen Ferien CHF 22.20 Grundlohn, CHF 1.85 Ferienzuschlag und CHF 0.09 Feiertagszuschlag aus. Das ergibt CHF 24.14 brutto. Diese Basler Aufschlüsselung darfst du nicht pauschal auf andere Kantone oder Ferienansprüche übertragen.
Wie viel bleibt netto?
Die Tabelle zeigt keine Auszahlungsbeträge. Deine Abzüge hängen unter anderem von Sozialversicherungen, Pensionskasse und einer möglichen Quellensteuer ab. Es gibt deshalb keinen einheitlichen "Netto-Mindestlohn Schweiz". Lass dir für ein Angebot die voraussichtliche Lohnabrechnung erklären. Bei einem Zuzug hilft zusätzlich unser Ratgeber zur Arbeit und zum Umzug in die Schweiz, das Haushaltsbudget zu prüfen.
Was tun, wenn dein Lohn darunterliegt?
Sichere deinen Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen und Stundenaufzeichnungen. Halte fest, wo und in welcher Funktion du gearbeitet hast. Bitte den Arbeitgeber schriftlich um eine Aufschlüsselung des Lohns und die Begründung der angewandten Lohnkategorie oder Ausnahme.
Bleibt die Differenz ungeklärt, wende dich an die zuständige Stelle. Bei einem allgemeinverbindlichen GAV ist das häufig die paritätische Kommission, in der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vertreten sind. Der SECO-Mindestlohnrechner nennt die Kontakte zur jeweiligen Branche. Für kantonale oder städtische Regeln findest du die Anlaufstelle auf den oben verlinkten Behördenseiten.
Eine behördliche Kontrolle bedeutet nicht zwingend, dass du deine eigene Lohnforderung damit durchsetzen kannst. Lass dich bei einem Streit zu Anspruch, Fristen und Verfahren beraten, etwa durch eine arbeitsrechtliche Beratungsstelle oder deine Gewerkschaft. Gehe nicht davon aus, dass du automatisch eine Nachzahlung erhältst oder anonym bleiben kannst. Frage bei der zuständigen Stelle nach.
Quellen
- Mindestlöhne und Medianlohn
ch.ch · Abgerufen am
- Kantonaler Mindestlohn 2026
Kanton Basel-Stadt · Abgerufen am
- Häufige Fragen zum kantonalen Mindestlohn
Kanton Basel-Stadt · Abgerufen am
- Betrag und Berechnung des Genfer Mindestlohns
Kanton Genf · Abgerufen am
- Geltungsbereich und Branchen mit besonderen Ansätzen
Kanton Genf · Abgerufen am
- Ausnahmen und Ferienjobs
Kanton Genf · Abgerufen am
- Mindestlohnansätze für 2026, Regierungsbeschluss vom 29. Oktober 2025
Kanton Neuenburg · Abgerufen am
- Kantonaler Mindestlohn und Normalarbeitsverträge
Kanton Jura · Abgerufen am
- Verordnung über den Mindestlohn, Stand 1. Juli 2024 (RSJU 822.411)
Kanton Jura, Gesetzessammlung · Abgerufen am
- Mindeststundenlohn nach Wirtschaftszweig, gültig ab 1. Januar 2026
Kanton Tessin · Abgerufen am
- Städtischer Mindestlohn und Abstimmung vom 27. September 2026
Stadt Luzern · Abgerufen am
- Nein zur Aufhebung des Reglements über den sozialpolitischen Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ja zum Mindestlohn
Stadt Luzern · Abgerufen am
- Mindestlohn, Stand der Einführung
Stadt Zürich · Abgerufen am
- Mindestlohn in Winterthur
Stadt Winterthur · Abgerufen am
- Mindestlohngrundsatz angenommen, Ausführungsgesetz abgelehnt
Kanton Waadt · Abgerufen am
- Branchen prüfen und Mindestlohn berechnen
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO · Abgerufen am
- Gesamtarbeitsverträge, Grundlagen
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO · Abgerufen am
- Normalarbeitsverträge mit zwingenden Mindestlöhnen
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO · Abgerufen am
- Änderung des AVEG vom 19. Juni 2026, Referendumsfrist bis 8. Oktober 2026
Bundesblatt, Fedlex · Abgerufen am