Ratgeber
Lehrlingslohn Schweiz: So viel verdienst du in jedem Lehrjahr
Die Lohnempfehlungen 2026 liegen im ersten Lehrjahr meist bei 550 bis 1000 Franken im Monat, im letzten bei 1100 bis 1900. Vergleiche sie mit den tatsächlich bezahlten Löhnen und den Angaben in aktuellen Inseraten und rechne aus, was netto bleibt.
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- jopp
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Für Lernende gibt es in der Schweiz keinen gesetzlichen Mindestlohn. Den Lohn vereinbaren Lehrbetrieb und Lernende im Lehrvertrag, meist nach der Empfehlung des Berufsverbands. Nach den Empfehlungen 2026 sind das im ersten Lehrjahr je nach Beruf etwa 550 bis 1000 Franken im Monat, im letzten Lehrjahr etwa 1100 bis 1900 Franken. In der Regel steigt der Lohn mit jedem Lehrjahr. Was Lehrbetriebe tatsächlich bezahlen, zeigt eine Erhebung zum Ausbildungsjahr 2022/23 weiter unten. Von den 30 Berufen dieser Erhebung verdienten Coiffeusen und Coiffeure im ersten Lehrjahr am wenigsten, im Median 500 Franken.
Unten findest du die Empfehlungen 2026 für häufige Lehrberufe und was Lehrbetriebe 2022/23 tatsächlich bezahlt haben. Dazu kommen die Löhne, die Lehrbetriebe in aktuellen Inseraten nennen, und eine Rechnung, wie viel davon netto bleibt.
Lohnempfehlungen 2026 nach Beruf
Das Schweizerische Dienstleistungszentrum Berufsbildung (SDBB) sammelt die Empfehlungen der Berufsverbände in der Liste der Lehrlingslöhne. Die Beträge gelten pro Monat, vom ersten bis zum letzten Lehrjahr, Stand 2026 (abgerufen am 19. Oktober 2026). Die Liste weist selbst auf kantonale und regionale Unterschiede hin.
| Lehrberuf | Lohn pro Lehrjahr |
|---|---|
| Polymechaniker/in EFZ | 570–615 / 750–815 / 985–1065 / 1170–1265 |
| Automatiker/in EFZ | 570–615 / 750–815 / 985–1065 / 1170–1265 |
| Informatiker/in EFZ | 550–700 / 750–900 / 950–1200 / 1250–1500 |
| Mediamatiker/in EFZ | 550–700 / 750–900 / 950–1200 / 1250–1500 |
| Automobil-Fachmann/-frau EFZ | 650 / 800 / 1100 |
| Schreiner/in EFZ | 700 / 1000 / 1350 / 1650 |
| Kauffrau/Kaufmann EFZ | 835 / 1050 / 1520 |
| Detailhandelsfachmann/-frau EFZ | 835 / 1050 / 1520 |
| Fachmann/-frau Betreuung EFZ | 835 / 1045 / 1400 |
| Fachmann/-frau Gesundheit EFZ | 741 / 988 / 1256 |
| Dentalassistent/in EFZ | 650 / 900 / 1300 |
| Gärtner/in EFZ | 750 / 950 / 1300 |
| Logistiker/in EFZ | 800–900 / 1000–1150 / 1300–1450 |
| Koch/Köchin EFZ | 1020 / 1300 / 1550 |
| Maurer/in EFZ | 950 / 1320 / 1860 |
Die Werte für Fachmann/-frau Gesundheit sind auf Franken gerundet. Die Beträge für Koch/Köchin sind zugleich die Mindestlöhne der Lernendenvereinbarung des Gastgewerbes (siehe unten). Für Elektroinstallateur/in und für Coiffeur/-euse enthält die Liste keine Beträge.
Für einige Berufe gibt es genauere Angaben direkt beim Verband:
- Kauffrau/Kaufmann und Detailhandel. Der Kaufmännische Verband empfiehlt für den Lehrstart 2026 835, 1050 und 1520 Franken, auf 13 Monatslöhne gerechnet (Empfehlungen 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026). Für den Lehrstart 2027 sind es 840, 1060 und 1530 Franken und sechs Wochen Ferien in jedem Lehrjahr (Empfehlungen 2027, abgerufen am 19. Oktober 2026).
- Zimmermann/Zimmerin. Für Lehrbetriebe im Geltungsbereich des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) Holzbau gelten verbindliche Mindestlöhne für Lernende. Der GAV gilt nicht in allen Kantonen (SECO, allgemeinverbindlich erklärte GAV, abgerufen am 19. Oktober 2026). Laut dem Merkblatt der Berner Sektion von Holzbau Schweiz sind das 814, 1061, 1440 und 1838 Franken im Jahr 2026, dazu der 13. Monatslohn (Merkblatt Holzbau Schweiz Sektion Bern 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026).
- Elektroinstallateur/in. Der Ostschweizer Verband EIT.ost empfiehlt für den Lehrbeginn 2026 800, 1000, 1300 und 1600 Franken (Empfehlung EIT.ost, abgerufen am 19. Oktober 2026). Diese Empfehlung gilt für die Ostschweiz.
Der Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes nimmt Lernende ausdrücklich aus (Art. 2 L-GAV, abgerufen am 19. Oktober 2026). Für Lernende in Mitgliedsbetrieben von GastroSuisse, HotellerieSuisse und der Swiss Catering Association gilt aber eine eigene Lernendenvereinbarung. Sie legt für eine dreijährige EFZ-Lehre wie Koch/Köchin mindestens 1020, 1300 und 1550 Franken fest, der Lehrvertrag darf nur zu deinen Gunsten davon abweichen (Lernendenvereinbarung, Art. 2 bis 4, abgerufen am 19. Oktober 2026). Der Bundesrat hat sie nicht allgemeinverbindlich erklärt (GastroSuisse, Lernendenvereinbarung, abgerufen am 19. Oktober 2026). Frag deshalb nach, ob dein Lehrbetrieb Mitglied eines dieser Verbände ist.
Was Lehrbetriebe tatsächlich bezahlen
Eine Empfehlung sagt nicht, was Betriebe wirklich bezahlen. Das misst die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung (EHB). Für die Kosten-Nutzen-Erhebung 2025 haben fast 6700 Lehrbetriebe Angaben zum Ausbildungsjahr 2022/23 gemacht (abgerufen am 19. Oktober 2026). Für 30 Berufe nennt die EHB den Medianlohn pro Lehrjahr: Mindestens die Hälfte der Lernenden verdiente höchstens so viel, mindestens die Hälfte mindestens so viel.

| Lehrberuf (Dauer) | 1. / letztes Lehrjahr |
|---|---|
| Coiffeur/-euse (3 Jahre) | 500 / 750 |
| Automobil-Fachmann/-frau (3 Jahre) | 650 / 1000 |
| Polymechaniker/in (4 Jahre) | 600 / 1300 |
| Detailhandelsfachmann/-frau (3 Jahre) | 800 / 1300 |
| Fachmann/-frau Gesundheit (3 Jahre) | 750 / 1310 |
| Elektroinstallateur/in (4 Jahre) | 650 / 1400 |
| Informatiker/in (4 Jahre) | 630 / 1400 |
| Kauffrau/Kaufmann (3 Jahre) | 770 / 1410 |
| Koch/Köchin (3 Jahre) | 1020 / 1550 |
| Zimmermann/Zimmerin (4 Jahre) | 777 / 1757 |
| Maurer/in (3 Jahre) | 1010 / 2110 |
Die EHB-Werte sind Bruttolöhne ohne 13. Monatslohn (Hauptbericht EHB 2025, abgerufen am 19. Oktober 2026). Sie stammen aus dem Ausbildungsjahr 2022/23, die Empfehlungen oben von 2026. Oft liegen beide in der gleichen Grössenordnung. Maurerinnen und Maurer verdienten im Median deutlich mehr als heute empfohlen. Im letzten Lehrjahr des Detailhandels und der KV-Lehre lagen die Mediane unter den heutigen Empfehlungen, ebenso bei den Elektroinstallateuren gegenüber der Ostschweizer Empfehlung.
Im ersten Lehrjahr ist der Abstand zwischen den Berufen gross. Eine Coiffeuse verdiente im Median 500 Franken, ein Koch 1020. In den vierjährigen Berufen beginnt der Lohn tief und steigt länger: Polymechaniker starteten mit 600 Franken und kamen im vierten Jahr auf 1300. Unter den Berufen in der Grafik verdienten Maurerinnen und Maurer am meisten, im dritten Lehrjahr im Median 2110 Franken.
Auch im gleichen Beruf zahlen Betriebe unterschiedlich. Bei den Detailhandelsfachleuten verdiente ein Viertel der Lernenden im ersten Jahr 680 Franken oder weniger, ein anderes Viertel 900 Franken oder mehr (EHB, Detailhandelsfachfrau/-mann EFZ, abgerufen am 19. Oktober 2026).
Welche Löhne aktuelle Inserate nennen
jopp hat am 19. Oktober 2026 die Lehrstellen-Inserate in seiner Suche ausgewertet. Von rund 16'900 Lehrstellen war bei 603 ein Lohn als im Inserat angegeben erfasst, also bei rund 3,6 Prozent. Diese Angaben liest jopp automatisch aus den Inseraten, sie können fehlerhaft oder unvollständig sein. Prüf deshalb das Originalinserat und frag nach, wenn der Lehrlingslohn dort fehlt.
Sechs Lehrbetriebe stellten 371 der 603 Inserate mit Lohnangabe: drei Migros-Genossenschaften, Denner, JYSK und die SV Group. Deshalb zählen wir unten keine Durchschnitte, sondern zeigen einzelne Betriebe. Für die Tabelle haben wir 55 dieser Inserate geprüft, 53 waren noch online. Aus diesen Originalinseraten stammen die Beträge pro Lehrjahr.
| Lehrbetrieb, Lehrberuf | Lohn pro Lehrjahr |
|---|---|
| Migros Zürich, Detailhandel EFZ | 1000 / 1200 / 1400 |
| Denner, Detailhandel EFZ | 1000 / 1200 / 1500 |
| JYSK, Detailhandel EFZ | 1000 / 1200 / 1500 |
| Hornbach, Detailhandel EFZ | 900 / 1100 / 1600 |
| SV Group, Koch/Köchin EFZ | 1020 / 1300 / 1550 |
| Migros Golf, Koch/Köchin EFZ | 1000 / 1200 / 1400 |
| swisstopo, Kauffrau/Kaufmann EFZ | 843 / 1038 / 1585 |
| Kanton Basel-Landschaft, Kauffrau/Kaufmann EFZ | 735 / 930 / 1380 |
| Spitex Region Lenzburg, Fachmann/-frau Gesundheit EFZ | 1000 / 1100 / 1400 |
| Stadt St. Gallen, Fachmann/-frau Betreuung EFZ | 770 / 980 / 1380 |
| Engadiner Kraftwerke, Polymechaniker/in EFZ | 650 / 850 / 1050 / 1350 |
| IWB, Informatiker/in EFZ | 800 / 1000 / 1400 / 1650 |
| Ammann, Maurer/in EFZ | 1200 / 1600 / 2200 |
Beim Kanton Basel-Landschaft ist laut Inserat der 13. Monatslohn eingeschlossen. Frag dort nach, wie er ausbezahlt wird, bevor du die Jahreslöhne vergleichst.
Migros Zürich, Denner und JYSK zahlen im ersten Jahr 1000 Franken. Das ist mehr als die Empfehlung von 835 Franken. Im letzten Jahr liegt Migros Zürich mit 1400 Franken dagegen unter den empfohlenen 1520 Franken. Vergleiche deshalb die ganze Lehre, nicht nur das erste Jahr.
Achte auch auf den 13. Monatslohn. Die Empfehlung ist auf 13 Monatslöhne gerechnet. Das Inserat von Migros Zürich erwähnt keinen, die Inserate von Denner und JYSK schon.
Lies den Lohn immer im Originalinserat nach. Bei 6 der 55 geprüften Inserate war die Lohnangabe in jopp falsch. Fünfmal stand dort etwas anderes als der Lehrlingslohn, zum Beispiel ein Bonus, der Lohn nach der Lehre oder ein Beitrag an die Fahrstunden. Einmal war es eine Ausbildungsstelle in Deutschland mit Lohn in Euro. Von den noch erreichbaren Inseraten erwähnten nur 14 von 52 einen 13. Monatslohn, ein doppelt erfasstes Inserat zählt dabei einmal.
Gibt es einen Mindestlohn für Lernende?
Nein. Das Gesetz schreibt für Lernende keinen Mindestlohn vor (berufsberatung.ch, Lohn in der Lehre, abgerufen am 19. Oktober 2026). Das Obligationenrecht verlangt, dass der Lehrvertrag schriftlich ist und unter anderem den Lohn regelt. Einen Mindestbetrag nennt es nicht (Art. 344a OR, abgerufen am 19. Oktober 2026).
Genf nimmt Lehrverträge ausdrücklich von seinem kantonalen Mindestlohn aus (Art. 39J LIRT, abgerufen am 19. Oktober 2026). Was die kantonalen Mindestlöhne sonst regeln, steht im Artikel zum Mindestlohn in der Schweiz.
Verbindliche Lohnvorgaben für Lernende können aus einem GAV oder einer Branchenvereinbarung kommen, wie im Holzbau und im Gastgewerbe. Bei öffentlichen Arbeitgebern können öffentlich-rechtliche Lohnregeln gelten, beim Kanton Zürich zum Beispiel eine Weisung mit festen Ansätzen pro Lehrjahr (Kanton Zürich, Weisung Lernende, abgerufen am 19. Oktober 2026). Sonst gilt, was in deinem Lehrvertrag steht. Der Lohn gehört dir, auch wenn du noch nicht volljährig bist (Art. 323 ZGB, siehe unten).
Unabhängig vom Lohn gibt dir das Gesetz bis zum 20. Geburtstag mindestens fünf Wochen Ferien pro Lehrjahr. Für die Berufsfachschule darf dir der Betrieb nichts vom Lohn abziehen (Art. 345a OR, abgerufen am 19. Oktober 2026). Ab dem 20. Geburtstag sind es mindestens vier Wochen (Art. 329a OR, abgerufen am 19. Oktober 2026). Mehr zu den Ferien steht im Artikel zum Ferienanspruch.
Wie viel bleibt netto?
Welche Abzüge du hast, hängt vor allem von deinem Alter ab:
| Abzug | Ab wann, wie viel |
|---|---|
| AHV, IV und EO | ab 1. Januar nach dem 17. Geburtstag, 5,3 % |
| Arbeitslosenversicherung | gleich wie AHV, 1,1 % |
| Unfälle in der Freizeit | ab 8 Stunden pro Woche, Prämie je nach Versicherer |
| Pensionskasse | ab 1. Januar nach dem 17. Geburtstag und einem Jahreslohn über 22'680 Franken, je nach Kasse |
Die Beiträge an AHV, IV und EO beginnen am 1. Januar nach deinem 17. Geburtstag. Vom Lohn gehen dann 5,3 Prozent ab (Merkblatt 2.01, Stand 1. Januar 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026). Die Arbeitslosenversicherung folgt der AHV-Pflicht und kostet dich 1,1 Prozent (Art. 2 und 3 AVIG, abgerufen am 19. Oktober 2026).
Wer bei einem Arbeitgeber mindestens acht Stunden pro Woche arbeitet, ist auch gegen Unfälle in der Freizeit versichert (Art. 13 UVV, abgerufen am 19. Oktober 2026). Diese Prämie zahlst du, ausser dein Betrieb übernimmt sie freiwillig (Art. 91 UVG, abgerufen am 19. Oktober 2026). Wie hoch sie ist, steht auf deiner Lohnabrechnung.
Obligatorisch in der Pensionskasse versichert bist du erst, wenn dein Jahreslohn bei einem Arbeitgeber über der Eintrittsschwelle von 22'680 Franken liegt (BSV, Masszahlen 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026). Die Versicherung beginnt frühestens am 1. Januar nach deinem 17. Geburtstag. Bis 24 deckt sie nur Tod und Invalidität, erst ab dem 1. Januar nach dem 24. Geburtstag sparst du auch fürs Alter (BSV, berufliche Vorsorge, abgerufen am 19. Oktober 2026). Bei den meisten Lehrlingslöhnen liegt der Jahreslohn unter der Schwelle. Ob deine Kasse mehr vorsieht, steht in ihrem Reglement. Im letzten Lehrjahr kann die Schwelle erreicht werden: Der GAV-Mindestlohn der Zimmerleute ergibt mit 13 Monatslöhnen 23'894 Franken.
Zwei Beispiele, ohne die Unfallprämie gerechnet:
- Du bist 16 und beginnst im August mit 835 Franken. Bis zum 1. Januar nach deinem 17. Geburtstag fallen keine AHV- und ALV-Beiträge an. Du erhältst 835 Franken, abzüglich der Unfallprämie.
- Du bist 18 und im dritten Lehrjahr mit 1520 Franken. Es gehen 6,4 Prozent ab, das sind rund 97 Franken. Es bleiben rund 1423 Franken, abzüglich der Unfallprämie.
Steuern, Ausbildungszulage und Kostgeld
Steuern
Deinen Lohn versteuerst du selbst, auch als Minderjährige oder Minderjähriger. Er wird nicht zum Einkommen deiner Eltern gezählt (Art. 9 DBG, abgerufen am 19. Oktober 2026). Ob du tatsächlich Steuern zahlst, hängt von den Abzügen in deinem Kanton ab. In den Beispielen der Budgetberatung für volljährige Lernende mit 800 bis 1800 Franken netto stehen 10 bis 40 Franken Steuern im Monat (Budgetbeispiele Volljährige, Version 2025/2026, abgerufen am 19. Oktober 2026).
Ausbildungszulage
Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhält ein Elternteil während deiner Lehre eine Ausbildungszulage von mindestens 268 Franken im Monat. Sie wird bis zum Ende der Ausbildung bezahlt, längstens bis Ende des Monats, in dem du 25 wirst. Liegt dein gesamtes Bruttoerwerbseinkommen über 30'240 Franken im Jahr, besteht kein Anspruch (Merkblatt 6.08, Stand 1. Januar 2025, abgerufen am 19. Oktober 2026). Die Grenze entspricht der höchsten AHV-Altersrente, die 2026 30'240 Franken beträgt (BSV, Masszahlen 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026). Mit einem Lehrlingslohn aus den Tabellen oben allein bleibst du darunter.
Kostgeld
Wohnst du bei deinen Eltern, dürfen sie einen angemessenen Beitrag an deinen Unterhalt verlangen. Über den Rest deines Lohns entscheidest du selbst (Art. 323 ZGB, abgerufen am 19. Oktober 2026). Eine feste Prozentzahl gibt es nicht.
Wie viel das sein kann, zeigen die Budgetbeispiele 2025/2026 der Budgetberatung Schweiz. Für minderjährige Lernende mit 1000 Franken netto im Monat, ohne 13. Monatslohn, teilt sie den Lohn so auf (Budgetbeispiele Minderjährige, abgerufen am 19. Oktober 2026):
| Posten | Franken |
|---|---|
| Krankenkasse, Fahrkosten, Handy | 270 |
| Kleider, Taschengeld, Körperpflege, Hobbys, Abos | 400 |
| Sparen und Rückstellungen | 270 |
| Auswärtiges Essen und/oder Anteil Kost und Logis | 60 |
In diesem Beispiel bleiben also 60 Franken für Essen auswärts oder einen Beitrag an Kost und Logis. Bei 1400 Franken netto sind es 300 Franken. Die Steuern sind in den Beispielen für Minderjährige nicht eingerechnet. Die Budgetberatung empfiehlt, dass die Eltern solche Kosten übernehmen. In den Beispielen mit 400 und 600 Franken netto gilt das auch für die Krankenkasse.
Für volljährige Lernende verschiebt sich das. Ab 1400 Franken netto steht die ganze Krankenkassenprämie von 315 Franken im eigenen Budget (Budgetbeispiele Volljährige, abgerufen am 19. Oktober 2026). Setzt euch mit dem Budget zusammen und schreibt auf, wer welche Kosten trägt.
Lehre als Erwachsene oder Zweitlehre
Die meisten Empfehlungen sind für Jugendliche in der ersten Lehre gedacht. Wer als Erwachsene oder Erwachsener oder nach einer ersten Ausbildung eine Lehre beginnt, kann einen höheren Lohn aushandeln. Einzelne Verbände nennen dafür eigene Beträge. Der Kaufmännische Verband empfiehlt für eine Zusatzlehre zum EFZ nach einer EBA-Lehre 1530 und 1930 Franken für den Lehrstart 2027 (Empfehlungen 2027, abgerufen am 19. Oktober 2026). EIT.ost empfiehlt für eine Zusatzlehre als Elektroinstallateur/in 2500 und 3000 Franken (Empfehlung EIT.ost, abgerufen am 19. Oktober 2026). Der GAV der Branche schreibt seit 2020 einen 13. Monatslohn vor. Mit 13 Monatslöhnen sind das 32'500 und 39'000 Franken im Jahr. Das liegt über der Eintrittsschwelle der Pensionskasse und über der Lohngrenze der Ausbildungszulage.
Verhandle den Lohn, bevor du den Lehrvertrag unterschreibst.
So vergleichst du zwei Lehrstellen
Der Lohn ist ein Punkt unter mehreren. Wenn du zwei Angebote vergleichst, frag bei der Schnupperlehre oder im Gespräch nach diesen Angaben:
- Den Lohn in jedem Lehrjahr, nicht nur im ersten. Zähl die Beträge über die ganze Lehre zusammen.
- Ob es einen 13. Monatslohn gibt. Er macht ein Zwölftel mehr pro Jahr aus.
- Wie viele Wochen Ferien du hast. Bis 20 sind fünf das gesetzliche Minimum, danach vier. In den geprüften Inseraten nannten einzelne Betriebe sechs oder sieben Wochen.
- Ob der Betrieb die Unfallprämie, Schulmaterial, einen Laptop oder das Abo bezahlt.
Vergleiche die Zahlen dann mit der Empfehlung für deinen Beruf. Liegt ein Angebot deutlich darunter, darfst du nachfragen, wie der Betrieb den Lohn festlegt. Was bei der Schnupperlehre wichtig ist, liest du im Artikel zur Bewerbung für die Schnupperlehre. Steht vor der Lehrstelle noch ein Eignungstest an, hilft der Artikel zum Multicheck.
Quellen
- Lohn in der Lehre, Liste der Lehrlingslöhne (Lohnempfehlungen der Verbände, Stand 2026)
SDBB, berufsberatung.ch · Abgerufen am
- Kosten und Nutzen der beruflichen Grundbildung, Erhebung 2025
Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung EHB · Abgerufen am
- Obligationenrecht, Art. 344a und 345a
Bundesversammlung, Fedlex · Abgerufen am
- Merkblatt 2.01, Lohnbeiträge an die AHV, die IV und die EO
Informationsstelle AHV/IV · Abgerufen am
- Budgetbeispiele für Lernende, Minderjährige
Dachverband Budgetberatung Schweiz · Abgerufen am